Weiher im Licht

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Weiher im Licht!

Heute möchte ich euch ein wenig von meinem letzten Ausflug Berichten bei dem unter anderem dieses Bild hier entstanden ist. Da ich öfters gefragt werde „Welche Einstellungen hast du gemacht?“ oder „Wie machst du solche Fotos?“ möchte ich heute etwas mehr auf das Bild und die Entstehung eingehen als auf den Ausflug an sich.

Weiher im Licht
Weiher im Licht by Tolga Tanik

Die Location

Falls du aus Frankfurt kommst kannst du dir vielleicht schon denken wo dieser Spot sein könnte. Falls nicht, dann hier die Auflösung. Es handelt sich hierbei um den Weiher im Frankfurter-Palmengarten. Halt, bevor du die Kamera einpackst und dich auf den Weg in den Palmengarten machst, muss ich dir gleich eine enttäuschende Information geben. Und zwar sieht es nicht immer so aus dort. Die bunten Lichter & Farben gibt es nur zum Lichterfest im Palmengarten. Also bevor du dich auf den Weg machst schau doch einfach mal nach wann das nächste Lichterfest im Palmengarten stattfindet, obwohl ich zugeben muss das der Palmengarten nicht nur zum Lichterfest sehr schöne Motive bietet.

 

Die Gruppe

Ich war also im Palmengarten, jedoch nicht alleine. Wie so oft war ich mal wieder mit einigen Foto begeisterten zusammen unterwegs. Den einen oder anderen solltest du auch mittlerweile kennen denke ich. Falls nicht wird es aber langsam mal Zeit. Deshalb hier mal alle die mit dabei waren:

 

Gruppenfoto by Olioptic Photography
Gruppenfoto by Olioptic Photography

 

Von Links nach Rechts auf dem Gruppenfoto:

 

Equipment & Einstellungen

Kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema, dem Foto. Ich habe es Weiher im Licht genannte. Ich denke der Name passt ganz gut. Nun gut, der Name ist hier auch nebensächlich.
Wie habe ich das Foto nun genau gemacht? Das erkläre ich dir jetzt.

Bevor ich dir jetzt meine Einstellungen erzähle möchte ich noch kurz auf mein Equipment zu sprechen kommen das ich für dieses Foto genutzt habe. Oft denkt man das viel Technik bzw. teures Equipment hinter einem guten Bild steckt. Das ist tatsächlich auch manchmal der Fall. Jedoch ist nicht das Teure Equipment allein der Grund dafür das ein Foto gut wird, sondern der Mensch der das Equipment bedient.
Was habe ich also genutzt?

Und das war es dann auch schon. Wie man sieht kein Super teures High-End Equipment. Ganz im Gegenteil. Hierbei handelt es sich eher um die Ausstattung im Anfänger Segment.

Jetzt wo du weißt welche Technik mir zur Verfügung stand, komme ich jetzt zu den Einstellungen. Nachdem ich mein Stativ in Bodennähe aufgestellt und die Kamera horizontal gerade ausgerichtet hatte konnte es losgehen. Zusammengefasst habe ich folgendes gemacht:

  • Bildstabilisator aus
  • Liveview an
  • Brennweite 17mm
  • Autofokus aus
  • Blende f/9
  • Verschlusszeit 25 Sekunden
  • ISO 100
  • 2 Sekunden Selbstauslöser

Der Bildstabilisator ist in der Regel immer aus, wenn ich vom Stativ aus fotografiere. Da das Stativ die Kamera still hält wäre die Arbeit des Bildstabilisators unnötig. Zudem kann der Bildstabilisator das Bild unnötig verwackeln. Deshalb gilt bei mir immer Stativ = Bildstabilisator aus!

Warum Liveview? Die Kamera stand wie schon gesagt in Bodennähe auf dem Stativ. Das bedeutet um durch den Sucher zu schauen müsste ich mich Flach auf den Bauch legen und das mitten in einer Abwärts Böschung. Aber ok, jeder Fotograf kennt das. Man liegt immer mal irgendwo in einer unnatürlich wirkenden Körperhaltung rum für das gewünschte Bild. Der eigentliche Grund ist ähnlich wie beim Bildstabilisator. Durch den Liveview wird das Umklappen des Spiegels beim Auslösen der Kamera verhindert. Durch das Umklappen des Spiegels würde die Kamera unnötig verwackeln was man später im Bild sehen würde. Es gibt auch die Möglichkeit den Spiegel durch die Spiegelvorauslösung (der Name sagt es schon) vor der Auslösung umklappen zu lassen. Jedoch besitzt nicht jede Kamera diese Funktion. Ob meine Canon 550D diese Funktion hat weiß ich ehrlich gesagt gar nicht.

Die Brennweite habe ich einfach auf den weitesten Winkel gestellt der mir zur Verfügung stand. Einfach um so viel wie möglich von der Szene auf das Bild zu bekommen. In meinem Fall waren das 17mm.

Der Autofokus ist aus, doch wie soll ich jetzt manuell fokussieren? Ein weitere Vorteil im Liveview ist das ich den Bildausschnitt um das 10-fache vergrößern/heranholen kann. Auch das mache ich in der Regel bei solchen Bildern. Ich hole mir das Bild auf das 10-fache heran, suche mir im Bild einen geeigneten Bereich aus und fokussiere diesen dann manuell direkt am Objektiv. Wichtig ist hier zu wissen das du nach dem Fokussieren weder die Position der Kamera noch die Brennweite verstellen solltest da sich sonst der Fokus verschiebt und dein Bild dann unscharf werden könnte.

Die Blende wähle ich in der Regel immer vor Ort den Gegebenheiten angepasst. Ich fange meist mit einer Blende f/8 an und arbeite mich dann weiter bis Blende f/16. So lange bis ich die passende Blende für mich gefunden habe. Bei diesem Bild hatte ich mich für Blende f/9 entschieden. Wegen der Tiefenschärfe wollte ich die Blende nicht unnötig weit öffnen.

Die Verschlusszeit musste ich an diesem Tag unter 30 Sekunden halten. Einfach weil ich keine Fernauslöser dabei hatte um Verwacklungsfrei im Bulbmode zu arbeiten. Nach der Blendenwahl habe ich mit 25 Sekunden sogar um eine halbe Blende unterbelichtet. Laut meiner Kamera wären 30 Sekunden die optimale Belichtungszeit gewesen. Ich habe mich dennoch für 25 Sekunden entschieden.

Die ISO steht bei mir standardmäßig auf 100. Das ist der niedrigste ISO Wert den ich an meiner Kamera einstellen kann. Die Belichtung regel ich eigentlich immer durch Blende+Verschlusszeit. Nur wenn es nicht anders geht stelle ich die ISO passend höher. Leider fängt in dunklen Bereich die Canon 550D schon ab ISO 800 für mich störend an zu Rauschen. Natürlich kann man das meistens noch in der Bildbearbeitung rausarbeiten, doch wieso sollte ich das tun wenn es sich schon beim fotografieren vermeiden lässt?

Der Selbstauslöser! Ja, der Retter in Not wenn man keinen Fernauslöser dabei hat ist der Selbstauslöser. Um die Kamera ohne Verwacklungen auslösen zu können nutze ich in solchen Fällen den Selbstauslöser mit 2 Sekunden Verzögerung. Das reicht in der Regel aus und ist dennoch nicht zu lang. Dennoch ziehe ich einen Fernauslöser immer vor. Einfach weil ich damit noch freier Arbeiten kann.

 

Die Entwicklung

Ich möchte hier jetzt kein Tutorial machen wie ich das Bild im Detail bearbeitet habe. Doch da es kein Foto von mir gibt das nicht bearbeit wurde, gehört dieser Schritt einfach dazu. Deshalb gebe ich mal kurz und knapp bekannt was ich gemacht habe. Das Foto wurde nur in Lightroom RAW-Entwickelt. Also keine Retusche, Montage oder ähnliches in Photoshop.

Als Erstes habe ich die Lichter stark abgedunkelt und die Tiefen stark aufgehellt. Dann habe ich im gesamten Bild den Kontrast und den Dynamikumfang leicht angehoben und dem Bild einen hauch mehr Klarheit verpasst.
Die Gradiationskurve bildet eine ganz dezent-feine klassische S-Kurve. Über die Teiltonung habe ich noch ein wenig den Blauton im Bild verstärkt, bzw. in den Tiefen. Anschließend habe ich das gesamte Bild noch leicht nachgeschärft und mit einer Vignette versehen. Und das war es dann auch schon. Alles andere als ein Hexenwerk. Fertig ist das Bild Weiher im Licht!

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