9 Fehler die Fotografie Anfänger machen

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Gerade Anfängern in der Fotografie fällt der Einstig oft sehr schwer. Es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Und soll ich dir was verraten? Auch ich habe einige dieser Fehler gemacht. Und heute möchte ich dir zeigen welche Fehler das sind und wie du sie am besten vermeidest.
Doch bevor es los geht möchte ich noch etwas klar stellen. Fehler sind da um gemacht zu werden. Aus Fehlern lernt und wächst man. Es ist also nicht schlimm Fehler zu machen. Ganz im gegenteil. Doch es gibt auch die möglichkeit aus Fehlern anderer zu lernen. Deshalb hast du jetzt die möglichkeit dir mit diesen Tipps einiges an Ärger zu ersparen.

 

1. Zu viel Ausrüstung für zu viel Geld

Einer der häufigsten Fehler die ich so in meiner bisherigen Zeit als Fotograf gesehen habe ist das gerade Anfänger sofort alles haben möchten was der Markt so her gibt. Die größte, beste und teuerste Kamera! Das neuste Makro Objektiv, ein super Teleobjektiv, ein mega weitwinkel Objektiv, Softboxen, Aufsteckblitze, Studiohintergründe, die größte Fototasche und und und…

Doch wofür? Gerade Anfänger wissen zu beginn noch nicht in welche Richtung sich Ihr fotografisches Interesse entwickeln wird. Und das gilt es zu erst herauszufinden. Bevor ich mir eine super schnelle Kamera für Sportaufnahmen kaufe sollte ich erstmal herausfinden ob ich nicht eher der Landschaftsfotograf bin wo es nicht so sehr auf die Geschwindigkeit ankommt. Das wäre zum Fenster rausgeschmissenes Geld.

Das selbe gilt für Objektive. Als Macro Fotograf werde ich wohl eher kein Weitwinkelobjektiv brauchen. Und wen ich kein Studio habe oder brauche dann bringt es nichts sich ein Hintergrundsystem und Studioblitze zu kaufen.

Deshalb ist mein erster Tipp an alle Anfänger da draußen, findet erstmal heraus wohin es mit eurer Fotografie geht und holt euch erst dann das passende Equipment dafür. Oft braucht man nicht viel. Ich selbst bin hauptsächlich als Portrait Fotograf unterwegs. In der Regel habe ich dafür meine Kamera, ein Objektiv und einen Relfektor dabei. Das war`s! Die ersten 3 Jahre habe ich mit absoluten Einsteigermodellen fotografiert. Und das reicht aus!

 

2. Zu sehr Technikorientiert

Es kommt sehr oft vor das ich tolle Bilder im Internet sehe. Und darunter stehen dann so dinge wie: „Mit welcher Kamera hast du das Bild gemacht?“ oder „Welches Objektiv hast du genutzt?“. Doch am alle besten finde ich die Frage „Kannst du mir die EXIF Daten sagen?“.

Leute ganz ehrlich, es tut mir Leid euch an dieser Stelle enttäuschen zu müssen doch selbst wenn ihr die selbe Kamera, das gleiche Objektiv und die gleichen Kameraeinstellungen habt werdet ihr das Bild nicht 1:1 nach machen können. Warum? Weil ein Bild eben nicht so leicht zu kopieren ist. Klar, wenn es eine Banane im Studio mit künslichem Licht ist kann man das scho ganz gut nachstellen. Zwar nicht unbedingt 1:1 doch man kann dem ganzen schon sehr nah kommen. Doch bei Portraits? Outdoor? Landschaftsbildern? Keine Chance!

Lasst euch nicht zu sehr auf dieses ganze Technikzeugs ein. Natürlich sollte man wissen wie eine Kamera funktioniert und wie man etwas einstellt. Doch das sind nur die Grundlagen. Das was ein Bild ausmacht ist die emotionale Komponente. Ein Technisch einwandfreies Bild kann manchmal sehr langweilig sein wohingegen ein technisch nicht so perfektes Bild durch Emotionen total spannend wirken kann.

Mein Tipp, kenne dich mit der Technik aus, doch verlasse dich nicht nur auf die Technik beim Fotografieren.

 

3. Zu viele Fotos ohne diese Auszuwerten

In Zeiten von digitalen Bildern ist es eigentlich nicht möglich „zu viele“ Fotos zu machen. Die Grenzen sind der Platz auf der Speicherkarte und später unsere Festplatte. Doch was ist hier gemeint mit zu vielen Fotos? Ich müsste die Aussage eigentlich in „zu viele gleiche Fotos“ abändern. Ich sehe es nämlich immer wieder gerade bei Anfängern das sie das gleiche immer wieder tun und sich wundern das es nicht vorwärts geht. Damit meine ich nicht das gleiche Motiv sondern das ganze fotografische Verhalten.

Wenn ich 100 mal zum selben Spot, zur gleichen Zeit gehe und die selben Kameraeinstellungen nutze, werde ich bestimmt früher oder später das für mich perfekte Bild haben. Doch sollte man das dem Zufall überlassen? Ich denke doch eher nicht. Deshalb empfehle ich jedem die gemachten Bilder auch wirklich zu sichten. Das bedeutet nicht nur nach Schärfe aussortieren, sondern wirklich alle gemachten Bilder genau zu betrachten und zu analysieren. Gerade am Anfang wissen viele nicht worauf sie achten sollen und schauen daher eher oberflächlich oder gar nicht.

Ich habe am Anfang alle Bilder die ich gemacht habe in 2 Kategorien geteilt. „Gefällt mir“ und „Gefällt mir nicht“. Und dann habe ich mir die Bilder erneut an gesehen um herauszufinden was es ist das ein Bild für mich interessant macht und auf den „Gefällt mir“ Stapel kommt und was mir eher nicht zusagt. So habe ich gelernt das ich es zum Beispiel nicht mag wenn Hände am Bildrand abgeschnitten sind. Später habe ich die passenden Regeln für solche Fälle gelernt, doch als erstes wurde mir durch meine eigene Auswahl klar das mir persönlich abgeschnittene Hände am Bildrand nicht gefallen. Und plötzlich hatte ich bei den kommenden Shootings einen Punkt auf meiner persönlichen Checkliste auf die ich seit dem immer achte. Genau so ging es mir dann auch mit dem freien Platz über einer Person. Vom Kopf bis zum oberen Bildrand habe ich in der Anfangszeit oft sehr viel Platz gelassen. Doch wofür? Das war reine Verschwendung und mit der Zeit wurde diese Platz immer geringer. Mittlerweile schneide ich manchmal sogar schon den Kopf oben etwas an. Je nach Bild.

Was ich damit sagen möchte ist, werte deine eigenen Bilder aus. Ganz nach deinem Geschmack und nicht nach irgendwelchen Regeln oder vorgaben von anderen.

 

4. Sinnlos Blitzen

Das Blitzlicht wird oft von Anfängern eingesetzt obwohl es nicht nötig ist. Gerade der integrierte Blitz wird sehr oft genutzt. Versteht mich bitte nicht Falsch. Blitze zu nutzen ist nichts schlechtes, obwohl es für mich wirklich nichts hässlicheres gibt als den integrierten Blitz.Doch das ist ein anderes Thema. Man sollte schon wissen wann man wie und warum Blitze nutzt und wann man eher darauf verzichten sollte. Ein total krasses Beispiel wäre folgendes, was tatsächlich so passiert ist.

Wer schon mal in Frankfurt war und die Skyline fotografiert hat war evtl. au ch auf der Flöäßerbrücke. Das ist der klassische Spot für die Skyline. Man steht also auf der Brücke von und unter einem fliesst der Main. Man stellt seine Kamera auf und nimmt die passenden Einstellungen vor um dan das perfekte Bild zu machen. Das kann schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen. Plötzlich ist da ein anderer Fotograf, offensichtlich ohne fundiertes wissen. Er stellt sich direkt neben dran, zieht seine Kamera aus der Hüfte, fährt den Aufsteckblitz aus und drückt ab. Er schaut nicht mal auf das Display ob das Bild was geworden ist und packt die Kamera mit einem zufriedenen schmunzeln wieder weg. Er schaut kurz rüber und schlendert dann davon.

Ich dachte erst das ganze ist ein Scherz, doch dann sah ich wie er auf die nächste Brücke lief, näher an die Skyline und dort wieder den selben tanz aufführte. Wahrscheinlich hatte er inzwischen doch mal einen Blick auf das Display geworfen und gemerkt das es nichts geworden war.

Lange rede, kurzer Sinn! Man sollte wissen wann es Sinn macht zu Blitzen und wann man eher auf das Vorhandensein Licht und andere Techniken setzten sollte.

 

5. Im Automatik Modus fotografieren

Gerade wenn man nicht weiß wie eine Kamera funktioniert neigt man oft dazu sich auf den Automatikmodus zu verlassen. Es gibt unterschiedliche Automatikmodi und die können auch ganz nützlich sein. Doch der Vollautomatik Modus sollte nicht genutzt werden. Klar, wenn du dir gerade eben eine Kamera gekauft hast und bereits Stolz bist weil du es geschafft hast die Kamera einzuschalten ist die Vollautomatik verlockend um die ersten Bilder zu machen. Doch das wird dir auf Dauer nicht wirklich helfen. Mir wurde zu meiner Anfangszeit geraten die Vollautomatik zu nutzen und mir dann die Bilddaten anzuschauen. Das habe ich gemacht und es hat mir überhaupt nicht geholfen. Ganz im Gegenteil, ich war verwirrter als zuvor.

Ich empfehle jedem Anfänger mit dem Manuellen Modus zu starten. Im Manuellen Modus musst du alle Einstellungen selbst treffen. Blende, ISO & Verschlusszeit sind hier die Hauptpunkte und ausschlaggebend dafür wie dein Bild später aussehen soll. Erst wenn du gezwungen bist diese Einstellungen zu treffen und dich damit zu beschäftigen wirst du lernen worauf es ankommt. Wie bekommst du einen Unscharfen Hintergrund? Wie fotografierst du einen Wassertropfen und wie bekommst du einen Fluss Spiegelglatt? Wie werden Strassenlaternen zu Sternen und wie bekommt man Lichtzieher von fahrenden Autos? Das alles wird dir der Automatikmodus nicht verraten.

Also, mein Tipp ist im Manuellen Modus zu starten und sich mit den Einstellungsmöglichkeiten zu befassen. Die Grundlagen sollte m an sich als erstes aneignen. Die Blende, ISO & Verschlusszeit stehen ganz oben auf der Grundlagenliste.

 

6. Angst vor schlechtem Wetter

Wer nur bei tollem Wetter fotografiert verpasst die tollsten Gelegenheiten. Abgesehen davon das ein strahlend Blauer, wolkenloser Himmel mit knallender Sonne eher langweilig ist. Erst wenn es bewölkt ist und man die Wolkenzieher einfängt bekommt das Bild Bewegung, Dynamik und Drama. Wenn es Regnet wird man Nass, das stimmt. Aber auch die Welt um einen herum wird nass. Regentropfen auf den unterschiedlichsten Oberflächen können total spannende Motive sein. Auf Grashalmen, auf Autos oder an Scheiben. Auch entstehen unzählige Pfützen die man als natürlichen Spiegel nutzen kann. Das sind die Motive auf die es ankommt.

Also trau dich gerade dann nach draussen wenn es gerade kein Freibadwetter ist. Kleiner Tipp, nach dem es Geregnet hat reisst oft die Wolkendecke spontan wieder auf und die Sonne kommt durch. Diese Kombination aus ziehen Wolken, Sonne und verregneter Umgebung machen ein Bild oft spannend.

 

7. Immer die selbe Perspektive

Es gibt nichts langweiligeres als Fotos die immer aus der selben Perspektive gemacht wurden. Die am meisten genutzte Perspektive ist leider die Augenhöhe. Die Kamera vor das Gesicht und „klick“, das Bild ist im Kasten. So sehen wir die Welt immer. Wozu also ein Foto aus dieser Perspektive? Spannender ist es Dinge aus einer anderen, ungewohnten Perspektive zu betrachten. Zum Beispiel von unten aus der Froschperspektive. Oder mal von etwas näher dran für mehr Details? Es gibt so viele Möglichkeiten. Also einfach mal ein Motiv aus vielen Unterschiedlichen Perspektiven ablichten.

 

8. Feedback

Feedback ist wichtig. Deshalb solltest du dir auch Feedback einholen. Hierbei ist es jedoch wichtig zu wissen von wem man sich Feedback holt. Konstruktive Kritik von jemandem der schon weiter ist als du kann dir helfen dich zu verbessern. Wohingegen negative, entmutigende Aussagen von Leuten die selbst nichts können einen sehr demotivieren können. Deshalb rate ich dir, such dir gezielt deine Leute auf deren Meinung du bauen kannst und hole dir dort dein Feedback. Achte darauf das es ehrliche, konstruktive Kritik ist und keine gut gemeinte Verschönigung um dich nicht zu enttäuschen. Wenn etwas nicht gut ist sollte es gesagt werden. Hier spielt auch deine  eigene Kritikfähigkeit eine große Rolle.

Wovon ich abrate ist es jeden Kommentar zu deinen Bildern auf die Goldwaage zu legen und dich entmutigen zu lassen, oder einen Höhenflug zu bekommen. Je nachdem ob dich einer Nieder macht oder dir Honig ums Maul schmiert. Gezieltes Feedback von den richtigen Leuten hilft dir gerade in der Anfangszeit sehr deine eigenen Fehler zu erkennen. Also, keine Angst vor Feedback! Hol es dir.

9. Angst vor Fehlern

Wie ich bereits zu Anfang dieses Artikels gesagt hatte, Fehler sind da um gemacht zu werden. Aus Fehlern lernt und wächst man. Es ist also nicht schlimm Fehler zu machen. Ganz im Gegenteil. Also habe keine angst etwas Falsch oder anders zu machen. Mach es einfach und wenn es schief geht lerne daraus für das nächste mal. Was schlimmer ist als Fehler zu machen ist es keine Fehler zu machen. Also, nur Mut.

 

 

So, ich hoffe das du diese Tipps im Hinterkopf behält und dir Gedanken machst welche du für dich Umsetzt. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat hinterlasse doch einen kurzen Kommentar. Dann werde ich weitere Artikel in dieser Form schreiben. Und bis dahin wünsche ich dir viel Erfolg bei deinem Einstieg in die Fotografie.

2 Antworten

  1. greatif
    | Antworten

    Ein schöner Beitrag und nicht nur für Anfänger geeignet, denn m.E. gelten zumindest die Punkte 3 und 8 auch für fortgeschrittene Fotografen. Die Story unter Punkt 4 ist best of! 🙂 …und Punkt 9 ist eine wahre Erkenntnis, die nicht nur für die Fotografie, sondern für das ganze Leben gilt. Speziell in der Fotografie ist aber das Schöne, dass häufig aus Versuch und Irrtum neue, kreative Ideen entstehen.

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